Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen

 LipoKit - Medi-WING

LipoKit

GMP-konformes Verfahren zur beschleunigten Entwicklung klinisch einsetzbarer liposomaler Formulierungen
(FKZ 13N11280, 13N11281)

Verbundpartner

  • Andreas Hettich GmbH & Co KG
  • KTB-Tumorforschungs GmbH

Laufzeit

01.11.2010 – 31.10.2012

Kurzbeschreibung

Die präklinische Entwicklung von liposomalen Formulierungen erfolgt meist nicht nach den sehr aufwändigen GMP-Regeln (good manufacturing practice), da zunächst sehr viele unterschiedliche Formulierungen in kleinen Mengen hergestellt und auf Wirksamkeit geprüft werden müssen. Für die anschließende klinische Prüfung einer Formulierung muss diese aber in größeren Mengen und nach den GMP-Regeln hergestellt werden. Hierfür muss das Herstellungsverfahren verändert werden (upscaling), was eine erneute und zeitaufwändige Überprüfung der biologischen Effekte zur Folge hat. Um dies zu vermeiden, wird hier ein GMP-konformes Verfahren zur Herstellung klinisch einsetzbarer Liposomen entwickelt, das gleichermaßen auch für die präklinische Entwicklung in Forschungslaboren genutzt werden kann. Das neue Verfahren basiert auf der Homogenisation von Lipid-Dispersionen in einem sterilen Gefäß (z.B. Injektionsflasche) mit Hilfe der „dualen Zentrifugation (DC)“. Beim DC-Prozess wird das Gefäß zentrifugiert und gleichzeitig um seine eigene Achse gedreht. Dabei wird der Gefäßinhalt nach außen beschleunigt, durch die Gefäßdrehung aber ständig wieder in Richtung des Zentrums der Zentrifuge zurückgezwungen (Haftung am Probengefäß). Diese Überlagerung von zwei schnellen und entgegenläufigen Bewegungen führt zu einer sehr effizienten Homogenisierung durch innere Reibung.

Es wurden mehrere DC-Funktionsmuster mit mechanischer Kopplung der beiden Drehbewegungen auf Basis einer Standard-Laborzentrifuge entwickelt. Das aktuelle Funktionsmuster zeichnet sich durch hohe Robustheit, eine hohe erreichbare Endgeschwindigkeit und einen einfachen, leicht veränderbaren Aufbau aus. Mit Hilfe der neuen Geräte wurde der Prozess der Liposomenherstellung am Beispiel „Liposomales Gemcitabin“ breit untersucht, wobei folgende Prozessparameter systematisch variiert wurden: Ansatzgröße, Typ und Größe des Gefäßes, Dispergierhilfe (Kugeln), Prozessdauer, Drehgeschwindigkeit und Verhältnis der beiden Drehbewegungen zueinander. Es ist gelungen, praktisch identische Liposomen in verschiedenen Ansatzgrößen (von 50 mg Lipid-Dispersion bis 1,5 g) in unterschiedlichen Vials herzustellen. Derzeit finden Untersuchungen mit einer DC mit elektrisch angetriebener Rückdrehung statt. Dieses Gerät ermöglicht eine unabhängige Variation von Haupt- und Gefäßdrehung, wodurch erstmals beide Drehungen optimal an die Homogenisieraufgabe angepasst werden können. Das aussichtsreichste Herstellverfahren für das liposomale Gemcitabin wird in Kürze auf seine Validität geprüft (Prozessvalidierung nach GMP). Für die Duale Zentrifuge ist die Zulassung als Medizinprodukt vorgesehen.

Mit Hilfe des neuen Verfahrens soll es in Zukunft möglich sein, dass deutlich mehr liposomale Formulierungen ohne eine aufwändige Erarbeitung neuer GMP-konformer Herstellungsverfahren klinisch geprüft werden. Es ist zu erwarten, dass dadurch mehr liposomale Wirkstoffe als bisher zur Zulassung gelangen.

Weitere Informationen

Anke-Christine Lenz
Andreas Hettich GmbH & Co KG
Föhrenstraße 12
78532 Tuttlingen

nach oben Aktualisiert am: 27 Juli 2012.