MoBiVir

Erforschung neuer rekombinanter Vaccinia Viren und Radiotracer zur Anwendung in der molekularen PET-Diagnostik von Tumoren
(FKZ: 13N10451-13N10455)

Verbundpartner

  • Genelux GmbH
  • ABX advanced biochemical compounds – Biomedizinische Forschungsreagenzien GmbH
  • raytest Isotopenmessgeräte GmbH
  • Uniklinik Würzburg
  • Universität Freiburg

Laufzeit

01.07.2009 – 30.06.2012

Zuwendung

3,43 Mio. EUR

Kurzbeschreibung

Weltweit wird intensiv nach neuen  Technologie-Plattformen für die dringend notwendige Verbesserung der Krebstherapie und Krebsdiagnostik gesucht.

Die Erforschung neuer bildgebender Verfahren für eine rechtzeitige Erkennung der Erkrankung und für das Monitoring des therapeutischen Eingriffs bildet einen der Schwerpunkte dieser Initiativen.

Gerade in den letzten Jahren rückten dabei onkolytische Viren mehr und mehr in den Fokus dieser Forschungen. Sie bergen das Potential gleichzeitig therapeutisch und diagnostisch eingesetzt zu werden. Sie kolonisieren Tumoren und exprimieren vor Ort bildgebende Gene.

Vaccinia Viren erscheinen für diese Anwendung als besonders geeignet (siehe  dazu etwa die zahlreichen Arbeiten von  A. A. Szalay et al. zur optischen Bildgebung und zur Onkolyse in Tumormodellen und die Ergebnisse der  ersten Phase I Studien im Menschen).

Darauf aufbauend wurde das Verbundprojekt „MoBiVir“ mit dem Ziel der Erforschung und Entwicklung  eines innovativen Systems zur effizienten in-vivo Bildgebung  von Tumoren mittels PET etabliert. Tumor kolonisierende neue  rekombinante Vaccinia Viren (rVACV) wurden konstruiert, die Tumor-spezifisch Zielstrukturen (Enzyme, Transporter und Rezeptoren) überexprimieren. Mit Hilfe von neuen radioaktiv-markierten Molekülen (Radiotracern), die ausschließlich an diese Zielstrukturen binden, wurden Tumore spezifisch und sensitiv abgebildet.  Im Verbund werden alle Systemkomponenten (PET-Scanner, Software zur Kalibrierung und diagnostischen Auswertung, Radiotracer und rVACV), die für die prä-klinische PET-Bildgebung im Kleintier notwendig sind, zunächst einzeln erforscht und anschließend im Gesamtsystem für die Anwendung abgestimmt und optimiert.

In der bisherigen Projektlaufzeit ist es gelungen, alle geplanten, neuen rVACV zu konstruieren, die die Überexpression von PET-relevanten Zielstrukturen Tumor-spezifisch ermöglichen. Die Entwicklung eines neuen  Herstellprozesses resultierte in einer signifikanten Erhöhung der Ausbeute und spezifischen  Aktivität der rVACV. Eine weiterentwickelte begleitende Analytik garantiert eine gleichbleibend hohe Qualität der Viren. Parallel dazu wurden neuartige und innovative Präkursoren und Radiotracer synthetisiert und radiomarkiert (z.T. durch automatisierte Prozesse aus Vorstufen mit Hilfe von Synthesemodulen). In-vitro-Studien zur Funktionalität zeigten positive Radiotracer-Aufnahme in infizierte Tumorzellen für einen Großteil der exprimierten Zielstrukturen. In weiterführenden Kleintierstudien konnte anschließend die Detektion von Tumoren und Metastasen nachgewiesen werden und die Funktionalität des Verfahrens  eindrucksvoll demonstriert werden.

Weiterhin ermöglicht eine neuentwickelte Software zur Qualitätskontrolle von Kleintier-PET-Scannern eine  weitgehend automatisierte Bestimmung der effektiven räumlichen Auflösung durch die Anpassung der Abbildungsfunktion an reale Messdaten. Auf diese Weise kann die Bildgewinnung  optimiert und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse an verschiedenen Kleintier-PET-Scannern gewährleistet werden.

Zum Ende der Projektlaufzeit wird ein optimiertes System, das zur Detektion von Tumoren und Metastasen in Kleintierstudien eingesetzt werden kann und  als Grundlage für klinische Studien am Menschen genutzt werden kann, zur Verfügung stehen.

Verbundkoordinator

Dr. rer. nat. Albert Röder
Genelux GmbH

nach oben Aktualisiert am: 31 Mai 2012.