BioSurf

Örtlich kontrollierte Steuerung des Zellbewuchses an okularen Implantaten durch aktive Beschichtung (BIOSURF)
(Förderkennzeichen 13N12371 – 13N12374)

Partner

  • Institut für Lasertechnologien in der Medizin und Meßtechnik (ILM) an der Universität Ulm
  • Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme
  • alamedics GmbH & Co.KG
  • Offenhäuser & Berger GmbH

Kurzbeschreibung

Krankheits- und altersbedingte Faktoren können zu einer Beeinträchtigung bzw. zu einem gänzlichen Verlust des Sehvermögens führen. Eine Möglichkeit, die Funktionsfähigkeit des Auges wieder herzustellen besteht im Austausch der eingetrübten menschlichen Augenlinse gegen eine Kunstlinse. Mit jährlich bis zu 800.000 Implantationen allein in Deutschland stellt dies eine der häufigsten Operationen weltweit dar.

Trotz kurzzeitiger Wiederherstellung des Sehvermögens kommt es bei ca. 50 % der operierten Patienten bereits nach wenigen Jahren zu einer erneuten Verschlechterung des Sehvermögens. Dieses Phänomen, der so genannte „Nachstar“, beruht auf einem unkontrollierten Wachstum von Zellen, die den Weg des Lichts ins Auge blockieren. Die hieraus resultierende Verringerung des Lichteinfalls sowie der Sehschärfe macht eine Nachbehandlung mittels Laser bzw. einen erneuten chirurgischen Eingriff erforderlich.

Eine weitere häufig auftretende Augenerkrankung ist der so genannte „grüne Star“, welcher unbehandelt zu einer Schädigung des Sehnervs und damit zur Erblindung führen kann. Ursache ist eine durch Flüssigkeitseinwirkung hervorgerufene Erhöhung des Augeninnendrucks. Eine wirkungsvolle Behandlungsmethode stellt die Implantation eines kanalartigen Implantats dar, welches einen Abfluss der Flüssigkeit unterstützt und so das Auge vor zu hohem Innendruck bewahrt. Allerdings kommt es bei nahezu allen Patienten durch unkontrollierten Zellbewuchs zu einem Verschluss des Implantats und macht daher eine weitere Operation unumgänglich.

Zur Sicherstellung der uneingeschränkten Sehkraft nach der Implantation sollen im Verbundvorhaben „BioSurf“ Implantate erforscht und untersucht werden, die das Anwachsen von Zellen auf verschiedenen Augenimplantaten stark hemmen oder im Idealfall ganz unterbinden. Die optischen Eigenschaften des Auges sollen dabei erhalten bleiben. Dieses Ziel soll mit Hilfe von nanostrukturierten Oberflächen und neuartigen Beschichtungen erreicht werden.

Nach Erstimplantation können im Erfolgsfall weitere Behandlungsschritte entfallen. Die gesundheitliche Belastung für den einzelnen Patienten kann dadurch deutlich vermindert werden. Der Ansatz kann als neue Technologieplattform ebenfalls auf andere medizinisch relevante Bereiche, wie z.B. Kardiologie und Orthopädie ausgeweitet werden. Das Vorhaben kann dazu beitragen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Medizintechnik-Industrie zu erhöhen.

weitere Informationen

Dr. Christian Lingenfelder
alamedics GmbH & Co. KG
Hauffstrasse 21
89160 Dornstadt

nach oben Aktualisiert am: 27 März 2013.