MRCyte

Magnetische Durchflusszytometrie (MRCyte)
(Förderkennzeichen 13N12013-13N12020)

Partner

  • Siemens AG
  • M2-Automation Martin Müller
  • chemicell GmbH
  • Sensitec GmbH
  • ELMOS Semiconductor AG
  • microfluidic ChipShop
  • Uniklinikum Erlangen
  • Uniklinikum Mainz

Kurzbeschreibung

Trotz innovativer Behandlungsmethoden führen Krebserkrankungen in Deutschland immer noch die Todesstatistiken an. Neben der Erforschung neuer Behandlungsstrategien liegt das größte Potenzial zur Reduktion der Sterblichkeit derzeit in der Krebsfrüherkennung sowie der Überwachung des Therapieansprechens. Daher rückt die Detektion im Körper verstreuter Tumorzellen bei Krebspatienten derzeit in das Zentrum des prognostischen wie auch diagnostischen Interesses.
Eine bisherige Hauptproblematik der routinemäßigen Umsetzung dieser Erkenntnis in die klinische Praxis besteht darin, dass bislang nur apparate- und kostenintensive  Nachweisverfahren zur Verfügung stehen. Es existiert kein routinemäßig einsetzbares System, um einzelne Tumorzellen dynamisch in einem kontinuierlichen Messverfahren mit hoher Qualität und geringer Probenvorbereitung zu detektieren.
MRCyte setzt sich zum Ziel, die Konzentration von seltenen Zellen aus dem Patientenblut durch magnetische Detektion mit einem Festplattenlesekopf zu bestimmen. Diese Plattformtechnologie auf der Basis von magnetisch markierten Zellen und entsprechenden Sensoren wird magnetische Durchflusszytometrie genannt. Im Gegensatz zur optischen Durchflusszytometrie – dem bisherigen Maß aller Dinge für die Einzelzelldetektion – soll diese neue Technologie es ermöglichen, Zellen direkt in komplexen Medien, wie Blut, ohne Probenvorbereitungsschritte (und damit verbundene Verluste) detektieren zu können. Durch diese schnelle Analytik könnte erstmalig eine patientennahe Durchflusszytometrie für die Diagnostik und Therapie realisiert werden.
Die Methode kann vereinfacht als „zelluläre Festplatte“ betrachtet werden, wobei  die markierten Zellen wie Perlen auf einer Schnur gezielt über den  Lesekopf transportiert und ausgelesen werden. Aus Gründen der Sterilität wird der mit Blut kontaminierte Teil des Gerätes anschließend entsorgt (ein sog. BioDisposable), die Sensorik jedoch für die nächste Probe wiederverwendet.
Durch diese neue Methode können bislang unberührte Märkte bedient werden, die von der Durchflusszytometrie teilweise ausgeschlossen waren, wie z.B. patientennahe Diagnostik, Nahrungsmittelindustrie, Biotechnologie oder klinische und pharmazeutische Forschung.

weitere Informationen

Dr. habil. Oliver Hayden
Siemens AG
Guenther-Scharowsky-Str. 1
91058 Erlangen

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